Die wirtschaftliche Aufbereitung mineralischer Rohstoffe hängt maßgeblich von einer präzisen Analytik ab. Korngrößenverteilung, Feinanteile und Partikelform beeinflussen zentrale Prozessschritte wie Zerkleinerung, Klassierung, Flotation, Pelletierung und Entwässerung. Bereits geringe Abweichungen können sich auf Energieverbrauch, Durchsatz, Metallausbringen und Produktqualität auswirken. Deshalb ist eine zuverlässige Analytik heute ein unverzichtbares Instrument für die Prozessoptimierung, Qualitätskontrolle und den wirtschaftlichen Betrieb moderner Aufbereitungsanlagen.
Repräsentative Probenahme als Grundlage belastbarer Ergebnisse
Die Qualität jeder Analyse steht und fällt mit der Qualität der Probe. Selbst modernste Analysegeräte können keine aussagekräftigen Ergebnisse liefern, wenn die Probe nicht repräsentativ für das untersuchte Material ist.
Im Bergbau erschweren heterogene Erzströme, wechselnde Feuchtigkeitsgehalte und stark variierende Korngrößen eine repräsentative Probenahme. Entmischungseffekte während des Materialtransports, Schwankungen im Erzgehalt oder unterschiedliche Feuchteverteilungen können zu erheblichen Messfehlern führen. Standardisierte Probenahmeverfahren bilden daher die Grundlage jeder zuverlässigen Prozessüberwachung.
Probenvorbereitung: Der Schlüssel zur Datenqualität
Nach der Probenahme muss das Material für die Laboranalyse vorbereitet werden. Ziel ist es, aus oftmals mehreren Kilogramm Ausgangsmaterial eine analysenfähige Laborprobe zu erzeugen, ohne die tatsächlichen Partikelzusammensetzung zu verändern.
Trocknung
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Viele Rohstoffe werden mit Restfeuchte gefördert oder transportiert. Vor der Analyse muss die Probe häufig schonend getrocknet werden, um Agglomeratbildung zu reduzieren und reproduzierbare Ergebnisse zu gewährleisten. Gleichzeitig dürfen Temperaturen nicht so hoch gewählt werden, dass Materialeigenschaften verändert werden.
Zerkleinerung
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Grobstückige Erze oder Gesteinsproben werden häufig mittels Backenbrechern, Walzenbrechern oder Labormühlen auf eine geeignete Korngröße reduziert. Dabei gilt es, die Entstehung künstlicher Feinanteile zu vermeiden, um die spätere Analyse nicht zu verfälschen.
Probenteilung
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Da die ursprüngliche Probe häufig mehrere Kilogramm wiegt, für die Analyse aber oftmals nur wenige Gramm benötigt werden, erfolgt eine mehrstufige Probenteilung. Riffel- oder Rotationsprobenteiler sorgen dafür, dass die Zusammensetzung der Probe auch nach der Massenreduktion repräsentativ bleibt.
Partikelanalyse als Werkzeug der Prozesssteuerung
Erst nach der fachgerechten Probenvorbereitung erfolgt die eigentliche Partikelanalyse. Die Korngrößenverteilung beeinflusst nahezu alle wichtigen Prozesse der Rohstoffaufbereitung:
• Freisetzungsgrad wertgebender Minerale
• Effizienz von Hydrozyklonen und Klassierern
• Flotationsverhalten
• Pelletierbarkeit von Konzentraten
• Entwässerungsleistung
• Einhaltung von Produktspezifikationen
Insbesondere die Analyse feiner und ultrafeiner Fraktionen ist entscheidend, da bereits geringe Veränderungen erhebliche Auswirkungen auf nachgelagerte Prozesse haben können.
Die passende Siebtechnologie für unterschiedliche Anforderungen im Bergbau
Die Anforderungen an die Partikelanalyse im Bergbau sind vielfältig. Während bei der Überwachung von Brech- und Klassierprozessen häufig große Probenmengen und gröbere Korngrößen untersucht werden müssen, erfordern Erzkonzentrate, Kohlenstäube oder Industriemineralien hochpräzise Analysen im Feinpartikelbereich.
NEXOPART bietet hierfür unterschiedliche Lösungen, die je nach Materialeigenschaft, Korngröße und Probenmenge eingesetzt werden können.
EML-Analysensiebmaschinen für trockene und nasse Siebanalysen
Die EML-Analysensiebmaschinen basieren auf dem Prinzip der Vibrationssiebung und ermöglichen die Aufbereitung sowie Partikelgrößenbestimmung von trockenem und nassem Schüttgut. Der elektromagnetische Antrieb erzeugt eine dreidimensionale Wurfbewegung des Siebguts, wodurch jedes Partikel die Möglichkeit bekommt eine Masche zu passieren und sich entsprechend ihrer Größe zu trennen.
Die EML-Baureihe umfasst drei Modelle für unterschiedliche Probenmengen und Siebdurchmesser:
- EML 200 für Analysensiebe mit einem Durchmesser von 50 mm bis 200 mm bzw. 203 mm
- EML 315 für Analysensiebe mit einem Durchmesser von 200 bis 315 mm
- EML 450 Analysensiebe mit einem Durchmesser von 400 mm bis 450 mm
Dadurch lässt sich die passende Lösung je nach Probenvolumen, Korngrößenbereich und Laboranforderung auswählen.
Für Bergbaulabore eignen sich die EML-Analysensiebmaschinen insbesondere für:
- Kontrolle von Brech- und Mahlprozessen
- Analyse von Erz-, Sand- und Kiesproben
- Überwachung von Klassierprozessen
- Qualitätskontrolle von Zuschlagstoffen
- Nasssiebungen bei feuchten oder schwer dispergierbaren Materialien
- Routineprüfungen in Labor und Produktion
Die dreidimensionale Bewegung sorgt für eine hohe Siebleistung und reproduzierbare Ergebnisse über einen breiten Korngrößenbereich hinweg. Durch die Verfügbarkeit der Modelle EML 200, EML 315 und EML 450 können sowohl kleine Laborproben als auch größere Probenmengen effizient analysiert werden. Dies macht die EML-Serie zu einer vielseitigen Lösung für die Partikelanalyse entlang der gesamten Prozesskette im Bergbau – von der Eingangskontrolle über die Prozessüberwachung bis zur Qualitätssicherung des Endprodukts.
UWL 400 für schwere Schüttgüter und große Probenmengen
Bei grobkörnigen Materialien oder hohen Probenmengen stoßen klassische Laborsiebmaschinen häufig an ihre Grenzen. Hier kommt die UWL 400 zum Einsatz.
Als größte und leistungsstärkste 3D-Analysensiebmaschine von NEXOPART eignet sie sich speziell für schweres trockenes Schüttgut mit einer Siebgutaufgabe von bis zu 20 kg.
Typische Anwendungen sind:
- Kontrollsiebungen von Brechprodukten
- Analyse von Vorbrecher- und Sekundärbrecherprodukten
- Überwachung der Aufgabekörnung für Mahlkreisläufe
- Korngrößenbestimmung von Zuschlagstoffen
- Prozesskontrolle in Steinbruch- und Tagebaubetrieben
Durch die Verarbeitung großer Probenmengen lässt sich die Aussagekraft der Analyse insbesondere bei inhomogenen Rohstoffen erhöhen.
Luftstrahlsiebung für feine und ultrafeine Partikel
Während Vibrationssiebmaschinen ihre Stärken bei gröberen Fraktionen ausspielen, stellen feine Pulver besondere Anforderungen an die Analytik. Eisenerzkonzentrate, Kohlenstäube, Kalksteinmehle, Phosphatmehle oder Industriemineralien neigen häufig zur Agglomeration.
Für diese Anwendungen wurde die Luftstrahlsiebung entwickelt. Die NEXOPART e200 LS kombiniert eine rotierende Schlitzdüse mit einem regelbaren Unterdruck. Dadurch werden Agglomerate aufgelöst und Feinpartikel effizient durch das Prüfsieb transportiert.
Die Luftstrahlsiebmaschine eignet sich für Analysen von 20 µm bis 4 mm und mit optionalem Adapter bis 5 µm. Sie arbeitet mit einem regelbaren Unterdruck von 1.500 bis 5.000 Pa sowie Luftvolumenströmen von 70 bis 130 m³/h. Zudem ermöglichen RFID-basierte Sieberkennung und automatische Unterdruckregelung eine hohe Reproduzierbarkeit der Messergebnisse.
Luftstrahlsiebung im Vergleich zu alternativen Verfahren
Die klassische Vibrationssiebung eignet sich hervorragend für gröbere Materialien und Routineanalysen über einen breiten Korngrößenbereich. Bei feinen und kohäsiven Pulvern können jedoch Agglomerate oder Siebverstopfungen die Trennleistung beeinträchtigen.
Laserbeugungsverfahren liefern schnelle Ergebnisse und erfassen selbst sehr kleine Partikel. Allerdings basieren sie auf optischen Modellen und berechnen äquivalente Partikeldurchmesser. Viele Produktspezifikationen im Bergbau basieren dagegen auf realen Siebrückständen bei definierten Trennschnitten, beispielsweise bei 45 µm, 63 µm oder 75 µm.
Die Luftstrahlsiebung schließt diese Lücke, indem sie eine physische und reproduzierbare Bestimmung solcher Feinanteile ermöglicht.
Konkrete Anwendungen in der Bergbaupraxis
Optimierung von Mahlkreisläufen
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In Eisenerz-, Kupfer- oder Goldaufbereitungsanlagen zählt die Zerkleinerung zu den energieintensivsten Prozessschritten.
Durch die regelmäßige Überwachung der Fraktion kleiner 45 µm lassen sich Über- oder Untermahlung frühzeitig erkennen:
- Zu hoher Feinanteil → unnötig hoher Energieverbrauch und steigender Verschleiß
- Zu geringer Feinanteil → unzureichende Mineralfreisetzung und geringere Ausbeute
Die Analyseergebnisse unterstützen die Optimierung von Mühlendrehzahlen, Mahlkörperbeladung und Klassierparametern.
Überwachung von Hydrozyklonen und Klassieranlagen
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Die Effizienz von Hydrozyklonen hängt unmittelbar von der Korngrößenverteilung des Zu- und Ablaufmaterials ab. Regelmäßige Siebanalysen ermöglichen die Kontrolle definierter Fein- und Grobfraktionen und unterstützen die Optimierung der Trennschärfe.
Stabilisierung von Flotationsprozessen
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Die Korngrößenverteilung beeinflusst maßgeblich das Flotationsverhalten. Zu grobe Partikel werden häufig nicht vollständig freigesetzt, während ultrafeine Partikel schlechter an Luftblasen anhaften können. Die Analyse von Feed, Konzentraten und Tailings liefert daher wichtige Informationen zur Stabilisierung von Metallausbringen und Produktqualität.
Qualitätskontrolle von Industriemineralien
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Bei Produkten wie Calciumcarbonat, Kaolin, Talkum oder Quarzmehl werden Produktspezifikationen häufig über definierte Siebrückstände festgelegt. Präzise Partikelanalysen ermöglichen die zuverlässige Chargenfreigabe und die Einhaltung kundenspezifischer Qualitätsanforderungen.
Mehrwert für moderne Bergbaulabore
Moderne Bergbaulabore benötigen unterschiedliche Analysetechnologien, um die gesamte Bandbreite mineralischer Rohstoffe abzudecken. Mit den EML-Analysensiebmaschinen, der UWL 400 und der Luftstrahlsiebmaschine e200 LS bietet NEXOPART Lösungen für grobe, mittlere und feinste Partikelfraktionen.
Zu den Vorteilen zählen:
- reproduzierbare Analyseergebnisse
- standardisierte Prüfabläufe
- flexible Einsatzmöglichkeiten für trockene und nasse Materialien
- Analyse großer Probenmengen bis 20 kg
- präzise Feinpartikelanalysen bis 5 µm
- digitale Datenerfassung und Dokumentation
- einfache Integration in bestehende Laborprozesse